Ein weiteres, eher anstrengendes Jahr, neigt sich nun ganz langsam dem Ende zu.
Wir werden geprüft auf allen Ebenen. Sei es gesundheitlich, in der Beziehung, im Job, der Familie oder ganz einfach nicht wissend wo dein Platz ist. All dies begegnet mir oft im Gespräch mit lieben Menschen.

Auch ich durfte wieder einiges lernen und Veränderungen akzeptieren. Im März hatte mein Vater einen Sturz zu Hause und musste Notfallmässig ins Krankenhaus. Nach seiner Genesung gab es aber kein zurück nach Hause, sondern gleich ins Pflegeheim. Von einer Minute auf die andere ist nichts mehr, wie es war. Dieser Sonntag morgen veränderte ganz viel im Leben meiner Eltern, sind sie doch seit 57 Jahren verheiratet. Es beginnt der letzte Abschnitt und es heisst langsam loszulassen.

Vor knapp 3 Wochen erkrankte mein Neffe (18 Jahre alt) am pfeifferischen Drüsenfieber, welches zuerst nicht erkannt wurde. Nachdem es ihm immer schlechter ging, ging meine Schwester mit ihm in den Notfall ins Limmatspital. Es war unklar, weshalb sich das hoher Fieber nicht senkte. Nach einem Hustenanfall wäre er fast erstickt, hätte das Personal nicht so rasch gehandelt, und ihn in ein künstliches Komma versetzt. Zwei Tage später fanden sie endlich den Urheber – einen Abszess bei den Mandeln. Eine OP wurde gleich angesetzt und wieder fing das Bangen an. Die Ärzte teilten uns nachher mit, dass es nicht 5 sondern „2 Minuten vor Zwölf“ war.

Diese Vorfälle lassen mich meine Prioritäten neu überdenken. Was ist mir wirklich wichtig? Soll ich mich ärgern, dass mein Sohn am liebsten den ganzen Tag auf seinem IPOD herumtippt, oder widme ich mich positiven Gedanken? Soll ich putzen und aufräumen oder Zeit mit einer lieben Freundin verbringen? Meine TO DO Liste abhaken oder eine Tasse Tee geniessen? Ja, ich treffe wieder bewusstere Entscheidungen, zähle täglich meine „Blessings“ (Segnungen) und erfreue mich an den vielen, kleinen Dingen die meinen Alltag bereichern.

Dazu möchte ich dir eine Passage aus dem Buch „Lebe deine Träume“ von Sergio Bambaren mitgeben:

Das Leben ist ein Geschenk, das kostbarste von allem, also sollten wir es nicht selbstverständlich betrachten. Wir sollten immer so tanzen, als ob wir noch nie zuvor getanzt hätten. Wir sollten so küssen, als ob wir nie zuvor jemanden geküsst hätten. Und wir sollten so lieben, als ob wir nie zuvor verletzt worden wären. Wir sollten tun, was wir am liebsten machen, so, als ob niemand zusehen würde.

Dir selbst treu zu sein und der Stimme deines Herzens zu folgen, wird dich immer in einen sicheren Hafen führen. Und dieser Hafen ist dort, wo deine Träume schon immer waren.

Lass diese Träume auch in die Adventszeit einfliessen, und erlaube dir, diese spezielle Zeit mal anders zu gestalten. Alte Gewohnheiten zu durchbrechen, um herauszufinden wie es sein könnte, wenn du nur das machst, was dein Herz sich wünscht. Für mich heisst das, „stille Zeit“ mit Yoga und Meditation, einen Spaziergang im Wald, Kerzenlicht welches mir ein Gefühl des Friedens und der Geborgenheit gibt. Auch ein schöner Konzertbesuch oder einen Glühwein mit Freunden.

Geniesse Deine Stille Zeit.

Herzlich,
Doris Josefina